Asche auf mein Haupt.
Ich habe es ein wenig bummeln lassen. Aber hey, wer ein Haus baut (oder bauen lässt), darf auch mal die Zeit vergessen. Spulen wir vor zu Tag 6. Sonntag. Die Bauarbeiter haben eine Woche lang Vollgas gegeben, die Gebäudehülle steht, und auf der Baustelle herrschte zum ersten Mal himmlische Ruhe.
Der Herr der Schlüssel
Es war ein seltsamer, fast schon intimer Moment: Ich, der Baustellenschlüssel und unser Haus. Ganz ohne Lärm, ohne Kranführer und ohne, dass ich jemandem im Weg rumstehe. Endlich konnte ich mich in Ruhe umsehen und austoben.





Das Highlight: Die Baustellentreppe steht! Kein wackeliges Leiter-Klettern mehr. Ich konnte ganz zivilisiert ins Obergeschoss schreiten, um mir das Bad und die privaten Räume anzuschauen.
Alle Zweifel, die ich im Vorfeld (und während diverser schlafloser Nächte) zum Grundriss hatte, haben sich in Luft aufgelöst. Die Räume funktionieren. Die Sichtachsen passen. Ich bin vollauf zufrieden.
Jetzt traue ich mich auch endlich, ein Update ins Hausbau-Forum zu posten, ohne dass mich die „Grundriss-Polizei“ dort in der Luft zerreißt.
Die Spanplatten-Finsternis
Aber wo viel Licht ist (oder sein sollte), ist auch Schatten. Leider ist das Treppenhaus aktuell eher eine Dunkelkammer als der lichtdurchflutete Aufgang, den ich mir erträumt hatte. Der Grund? Ein klassischer Baustellen-Kollateralschaden. Die Festverglasung ist scheinbar kaputtgegangen (R.I.P.).
Anstatt Glas haben die Jungs pragmatisch zwei Spanplatten in das Loch genagelt. Effektiv? Ja. Hübsch? Nein. Hell? Absolut nicht.
Aber gut, Glas ist bestellt, Licht kommt später. Wir sind ja geduldig.
Das Pfützen-Orakel
Das bescheidene Wetter der letzten Tage hatte zumindest einen positiven Nebeneffekt: Es dient als gnadenloser Dichtigkeits-Check. Und siehe da: Unsere Garagentür hat den Test nicht bestanden.

Schon am Donnerstag entdeckten wir zwei kreisförmige Pfützen um die Tür herum. Eine eindeutige Spur: Hier suppt es rein. Am Samstag war unser Bauleiter aber wohl schon vor Ort und hat den „Tatort“ inspiziert.
Keitel kümmert sich drum. Und hier zeigt sich mal wieder, dass meine Paranoia bei der Vertragsgestaltung auch Vorteile hat: Gut, dass wir die Kemmler-Garage mit in unseren Keitel-Vertrag reingenommen haben. Hätten wir die Garage separat bestellt, würde jetzt das große „Ping-Pong“ der Zuständigkeiten losgehen („Die Bodenplatte ist schief!“ – „Nein, die Tür ist undicht!“).
So aber ist es ein Keitel-Problem, und Keitel löst es. Hoffentlich.
Glückskeks
Glas bricht, Spanplatten halten dicht.
Aber das Wichtigste: Wenn der Plan funktioniert, schläft der Bauherr endlich wieder gut.
Das Haus passt.

