Willkommen zurück auf dem Boden der Tatsachen.
Heute war der erste Tag, an dem die Blase aus „Hausbau-Euphorie“ und „Urlaubsfeeling“ geplatzt ist. Es war mein erster normaler Arbeitstag – oder besser gesagt: der Versuch eines Spagats zwischen Job am Vormittag und Baustellen am Nachmittag. Das bedeutet leider auch: Das Operationscenter Garage muss Sparmaßnahmen ergreifen.
Das Catering-Downgrade
Ich kann es mir zeitlich schlicht nicht mehr leisten, den Bautrupp mit kulinarischen Köstlichkeiten wie der legendären Mitternachts-Soljanka zu verwöhnen. Zu Hause kochen, arbeiten und dann noch ein 3-Gänge-Menü auf die Baustelle zaubern? Computer says no. Ab sofort herrscht hier Pragmatismus: Butterbrezeln und Snacks. Sorry Jungs, aber der Michelin-Stern ist hiermit aberkannt. Man muss Prioritäten setzen.
Wetter: Modus „Eklig“
Irgendwie schafft es das Wetter, jeden Tag noch eine Schippe draufzulegen – im negativen Sinne. Heute war es phasenweise okay, aber gerade am Spätnachmittag hat der Himmel seine Schleusen geöffnet. Es hat gewindet, geregnet und war einfach nur … eklig. Der einzige Lichtblick: Die Temperaturen gingen leicht nach oben. Dafür war es aber nass. Richtig nass. Umso glücklicher bin ich über das Tagesziel.
Die Akte „Fehlende Wand“ (geschlossen)
Erinnert ihr euch an das Loch in der Nordwand von gestern? Die Bauarbeiter haben das heute früh scheinbar als Erstes gefixt. Meine Schwiegermutter (unser inoffizieller Baustellen-Drohnen-Ersatz) berichtete, dass die offene Stelle über Nacht fachmännisch mit einer Plane gesichert war. Gott sei Dank. Bei dem Sturm und Regen hätte unser Haus sonst sicher den ersten Wasserschaden gehabt, bevor das Dach drauf ist.
Die Lücke ist jetzt schön mit Styropor verkleidet. Ob das ursprünglich so im Plan stand oder ob hier eigentlich Holzfaser hätte hin sollen? Keine Ahnung. Aber mein physikalisches Bauchgefühl sagt: An einer Stelle zwischen Außenwand und Garage, wo Feuchtigkeit hinkriechen kann, ist Styropor (EPS) wahrscheinlich sogar die schlauere Wahl als Holzfaser. Die Jungs haben es jedenfalls fachmännisch dicht gemacht. Gefahr der Kältebrücke gebannt. Der Puls sinkt wieder.

Deckel drauf!
Das Dach hat uns heute etwas auf die Folter gespannt. Lange Zeit sah es so aus, als würde nichts passieren. Aber dann stand der First – und plötzlich ging es Schlag auf Schlag. Innerhalb von zwei Stunden war der Kasten dicht. Das komplette Dach steht!




Pünktlich zum Feierabend um 17:00 Uhr haben die Jungs dann auch das Weite gesucht. Bei dem Wind und Regen auf einem nassen Dachstuhl rumzuspringen, ist lebensmüde. Sicherheit geht vor – und nass genug waren eh alle.
Ausblick
Der Rohbau steht, das Dach ist drauf (zumindest das Gebälk und die Folie). Nächste Woche kommen die Ziegel. Diese Woche sollen noch die Spenglerarbeiten fertiggestellt werden. Mal schauen, was der Wettergott dazu sagt. Wenn es so weitergeht, brauchen wir Schwimmflossen statt Sicherheitsschuhe.
Glückskeks
Ein Butterbrot im Trockenen schmeckt besser als ein Steak im Regen. Hauptsache, das Dach ist drauf – der Rest ist nur Wasser.

